Kakao – Rösten und zum Verzehr vorbereiten.

Kakao rösten ist keine Kunst, die Sie nicht auch selber erlernen könnten !

Im Backofen (notfalls in der Pfanne) werden die ungerösteten Bohnen auf einem Rost verteilt. Der Ofen wird auf 120-140 °C vorgeheizt. Bei Erreichen der Temperatur kommt der Rost in den Ofen.

Denken Sie daran, dass kleine Bohnen schneller geröstet sind und verbrennen können. Gegebenfalls bietet sich eine Sortierung nach Größe an. Die Dauer des Röstvorganges ist ca 8 – 15 Minuten. Bestimmend sind die Größe der Bohnen und der gewünschte, persönliche Geschmack.

Verringern Sie die Temperatur langsam auf 100-110° C. Riecht die Küche intensiv nach Kakao, entnehmen Sie die Kakaobohnen dem Backofen.

Nach Abkühlung schälen Sie die Bohnen, die jetzt eine gebrochene Schale haben: einfach zwischen Daumen und Zeigefinger reiben. Je nach Verwendung ist es auch möglich ungeschälte Bohnen zu verwenden, die da aber entsprechend lange zerkleinert, gemixt werden sollten.

Zucker – das wichtigste Gesundheits – Thema

Kakao, ob als Trunk, als Schokolade oder in anderer Version ist in der industriell gefertigten Mischung in der Regel übersüßt. Als Rohkakao sind sowohl Konsum- als auch Edel-Kakao nicht süß. Je nach Sorte und Herkunft enthält Rohkakao auf 100 g bezogen nur 1-2 g natürlichen Zucker.

Nachstehend einige Beispiele beliebter, industriell gefertigter, Kakao Getränkemischungen, die besonders gerne für Kinder gekauft werden, und deren Zuckeranteil. (Info von Produktbeschriftungen entnommen)

Die genannte Zuckermenge in Gramm bezieht sich jeweils auf eine 100 g Portion.
Rohkakao
  • Suchard Kakao Express 78 g
  • Kaba 78 g
  • Nestle Nesquick 76,2
  • Melitta Kakao für Kaffee-Vollautomaten 72 g
  • Milka, cremiges zartes Schokoladen Pulver 71 g
  • Nestlé Nesquik zuckerreduziert 31,9 g*

(*Zuckerersatz: Kohlehydratemix Maltodextrin, dadurch mehr als 1% Kalorien zum normalen Mix)

Der Zuckeranteil ist mit über 70 %  asugesprochen, was keinesfalls gesund ist und der mineralreiche und sonst an vielen Vitalstoffen reiche Kakao beträgt nur etwa 25 % !

Empfehlung: Wer seinen Produkten derart viel Zucker beimischt, nimmt mit Vorsatz negative gesundheitliche Folgen in Kauf. Sollten Sie solche Produkte kaufen wollen, informieren Sie sich auf der Packung über Zuckeranteil und den nur geringen Anteil an Kakao.

Bestimmen Sie selbst, wieviel Zucker Sie im Kakao verwenden möchten !

Bei Rohkakao bestimmen nur Sie, wie viel Zucker Sie zugegeben. Anhaltspunkt:  ein TL => 4-5 g Zucker, ein Stück Würfelzucker => etwa 3 g. Die WHO empfiehlt max. 6 TL Zucker pro Tag.

Thema Fett – differenzieren ist wichtig

Kakao hat einen Fettgehalt von etwa 54%. Bei dieser Menge kann Kakao doch gar nicht gesund sein?! Stimmt nicht so ganz.

Kleine – sehr verkürzte – Exkursion in die Welt des Fett`s:

Als Energie- und Geschmacksträger sowie zur Vitaminaufnahme fettlöslicher Vitamine ist Fett lebenswichtig. Fett wird noch für weitere Funktionen benötigt. Fett liegt in unterschiedlichen Formen vor. Am bekanntesten sind die beiden Gruppen gesättigte (Butter, Käse, Fleisch,-erzeugnisse) und ungesättigte (einfach-, mehrfach- ungesättigte) Fette (Pflanzen). Gesättigte Fette lagert unser Körper selbst ein. Es wird empfohlen ungesättigte Fette  zu sich zu nehmen. In 100 g Nüssen sind folgende Mengen  an ungesättigten Fettsäuren,  Walnüssen mit 61g, Pinienkernen 53 g, Cashew Nüsse 32 g, Mandeln 10 g und Haselnüssen 6 g enthalten.  Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie Omega 3 und 6 Fettsäuren in Chia Samen und Leinsamen sowie Fisch gelten als besonders wertvoll und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Es wird empholen  2/3 des täglichen Fettbedarfs durch ungesättige Fette zu sich zu  nehmen. Bezogen auf den individuellen Energiebedarf sollte Fett nicht mehr als 30% des Energiebedarfs darstellen. Tägl. Bedarf etwa 2000 kcal => ~65 g Fett Aufnahme/ Tag . Ungesättigte Fette erhöhen den Cholesterinspiegel der „guten“ Cholesterine, z.B. gut fürs Herz. Kakao verfügt über diese, wichtigen, ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure..) in großer Menge. So relativiert sich der  Fettanteil an Kakao deutlich zu Gunsten der für unsere Ernährung erwünschten ungesätiggten Fettsäuren.

Weitere Inhaltsstoffe – fast unüberschaubar

Als weitere der geschätzten 300 Inhaltsstoffen von Kakao sind die wichtigen Antioxidantien zu nennen. Sie bekämpfen u.a. sogen. freie Radikale, die für einen Teil des menschlichen Alterungsprozesses, Arterienverkalkung u.v.m. verantwortlich sind. Kakao enthält über zahlreiche Antioxidantien und ist damit ein führender Lieferant um Alterungsprozesse im Körper zu verlangsamen.

Eisen ist maßgeblich für den Muskelaufbau und für den Sauerstofftransport. Auch für Eisen ist Kakao ein extrem guter Lieferant.

Viele Ballaststoffe, deren Wirkung geschätzt werden, sind ebenso im Kakao enthalten.

Flavonoide, N-Acylethanolamin, Theobromin, Coffein, Anandamid, Dopamin, Serotonin, Tryptophan, Epicatechin, Kalium, Arginin……, vielerlei Inhaltsstoffe findet man in unterschiedlicher Menge im Kakao. Deshalb wir der Kakao auch als eines der komplexesten Lebensmittel angesehen.

Kalorien – ein unbeliebtes Wort

Kakao hat in Form von Kakaofett und -öl reichlich Kalorien. Als Richtwert können 350 kcal pro 100 g Kakaopulver gerechnet werden. Im Handel ist dieser Wert – durch die hohe Zuckerzugabe – oft viel höher. Der Anteil an Kakao erreicht oft nicht mal 25 %. Zucker bringt den “guten Geschmack“.

Dunkle Schokolade hat auf 100 g schon 500 kcal. Wird der Rohkakao jedoch stark entölt, sinkt der Kalorienwert auf etwa 250 kcal.

Wir empfehlen die persönliche Mischung von natürlichem Rohkakao und eine eigene Zuckergabe. Nach etwas probieren finden Sie Ihre eigene, leckere Mischung. Weniger Zucker ist immer mehr!

Kleiner Tipp:  Langsame Senkung des Zuckeranteils hilft bei der Entwöhnung vom Zucker.

Kakao – auch äußerlich

Das größte, aber sehr oft vernachlässigte, ja vergessene Organ des Menschen ist unsere Haut. Zahlreiche Pflegemittel, Cremes und Seifen für Haut und Lippen enthalten als Komponente Kakaobutter. Trockene und rissige Haut „freut“ sich über Kakaobutter. Kakaobutter schmilzt bei Hauttemperatur und hinterlässt eine zarte und gepflegte Haut, der viel Feuchtigkeit zugeführt wurde. Ob es stimmt, dass bei Schwangeren die tägliche Anwendung gegen Schwangerschaftsstreifen u.ä. hilft, testen Sie bitte selbst.

Schadstoffe in Kakao

Leider ist auch der Kakao nicht davor geschützt, dass die Schadstoffe, die wir Menschen sorglos in die Natur ausbringen, aufnimmt. Zum Beispiel wurden vereinzelt Cadmium und Aluminium in Kakao nachgewiesen. Dies hängt insbesondere von dem jeweiligen Standort und dem dort vorherschenden ph-Wert der Böden ab. Ökotest hat in einer Untersuchung (durch ein zertifiziertes Labor nach DIN Norm) in Produkten des Marktführers Nestlé Nesquick sogar stark erhöhte Mineralölgehalte nachgewiesen.

Der Genuß von Kakao

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Criollo cacao, fine taste, Kakaobohnen, Mexico

Kakaobohnen, Kakaonibs und Kakaopulver haben einen intensiven zartbitteren Schokolade Geschmack. Als Zutat zu verschiedenen Gerichten können diese auch roh gegessen werden. Kakaobohnen oder Kakaonibs können auch leicht mit einer Kaffeemühle oder Mixer zu pulverförmigen Kakao gemahlen werden.

Für die tägliche Ernährung 2 Teelöfel des Kakaopulver oder der zerkleinerten Kakaonibs in Joghurt, Müsli, Desserts mischen.

Schokoladen-Getränk zubereiten: mit dem Mixer das Kakaopulver oder Kakaonibs mit Mandelmilch, Kokosöl, Früchten und süßem Agavensaft fein pürieren.

Kakaonibs oder 3 – 4 Kakaobohnen nacheinander einfach in den Mund nehmen Minuten einige Minuten lutschen und kauen. Durch das Lutschen können die Nährstoffe besser und schneller in den Blutkreislauf aufgenommen werden.

Morgens zum Frühstück einen Esslöffel Kakaopulver oder Kakaonibs aufgekocht mit Wasser u/o Milch nach Belieben gesüßt zaubert in kurzer Zeit einen Schokoladentrunk, der den ganzen Vormittag anhält!

Ein Kakaotrunk kann auch als Zwischenmahlzeit genossen werden, er drosselt den Heißhunger und liefert wertvolle Energie.

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feiner Criollo geschälter Kakao aus Mexico, Oaxaca

Aus Kakaobohnen eigene Schokolade herstellen.

Die Kakaobohnen geschält oder ungeschält im Mixer zu Kakaopulver, fein zerkleinern, Zucker oder Honig, Johannisbrotkernmehl,  Kokosfett und Cashewkerne hinzugeben und beständig weiter mahlen. Die Masse erhitzt sich langsam auf 40 -45 °C, wird prürreartig und kann dann in eine Form gegeben oder auf ein Blech ausgestrichen werden und erkaltet.

Schokoladensoße herstellen: Ganze Kakaobohnen oder Kakaonibs zu einem Pulver zermahlen und dieses mit geschmolzenem Kokosfett vermischen. Die Schokoladensoße kann mit Cookies, Brownies, Desserts oder weiteren rohen oder gebackenen Speisen genossen werden.

Die Empfehlung lautet, den Verzehr von Kakao ähnlich wie Schokolade auf 15 – 25 g/ Tag zu beschränken, so dass es ein gesunder Genuss bleibt.

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